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    Beweidung städtischer Flächen als Maßnahme des Naturschutzes

    In diesen Wochen weiden Schafe auf städtischen Streuobstwiesen, auf der Grünfläche um das Regenrückhaltebecken am Großenweder Weg sowie im Hochzeitswald am Gustav-Bosselmann-Ring.

    Mit der Beweidung geht die Stadt Schneverdingen zunächst probeweise neue Wege in der Unterhaltung ihrer extensiv zu pflegenden Flächen. Für diese Maßnahme konnte eine private Schäferin mit ihren Schafen der Rassen Coburger Fuchs und Herdwick gewonnen werden.

    Extensive Pflege bedeutet an sich, dass diese Flächen in der Regel lediglich ein- bis zweimal pro Jahr gemäht werden und das Mahdgut von den Flächen beseitigt wird. Mit den Mähgeraten des städtischen Bauhofs ist eine Aufnahme des Mahdguts zumindest auf baumbestandenen Flächen wie diesen allerdings nicht möglich. Stattdessen werden die Pflanzenteile während des Mähvorgangs maschinell zerkleinert und gelangen unmittelbar wieder auf die gemähte Fläche. Derartige Mulchmäher sind aus Gründen der Wirtschaftlichkeit Standard unter anderem auf kommunalen Bauhöfen.

    Aus naturschutzfachlicher Sicht ist diese Art der Flächenpflege problematisch. Zum einen besitzen die Geräte Schlegelmähwerke, die in Verbindung mit der angegliederten Zerkleinerung des Mahdguts in der Vegetation lebenden Tieren wie Heuschrecken, Schmetterlingsraupen, Spinnen, Schnecken oder Grasfröschen wenig Überlebenschancen lassen. Aufgrund des schnellen Arbeitstempos bleibt zahlreichen Tierarten, darunter auch Fluginsekten, in der Regel nicht genügend Zeit zur Flucht. Zum anderen führt der Verbleib des Mahdguts auf der Fläche über kurz oder lang zu einer Anreicherung von Nährstoffen (insbesondere Stickstoff) im Boden. Dies wirkt sich negativ auf die Zusammensetzung der Pflanzenarten aus. Von der Nährstoffanreicherung profitieren einige dominante, starkwüchsige Grasarten und wenige nährstoffliebende krautige Blühpflanzen, darunter auch die Brennnessel. Weniger dominante Pflanzenarten, die eher auf nährstoffärmeren Standorten gedeihen, haben auf Flächen, die mit einem Mulchmäher gepflegt werden, eindeutig das Nachsehen. Meist handelt es sich dabei zudem um so genannte Lichtkeimer, deren Keimung durch die Mulchauflage verhindert wird.

     

    Beweidung mit SchafenEine Beweidung mit Schafen fördert die Artenvielfalt auf den Flächen. Insekten und anderen Kleintieren bleiben Rückzugsorte, die beispielsweise Schmetterlingsraupen Nahrung und Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Die Ausscheidungen der Schafe sind ein natürlicher Dünger für die Obstbäume, und ziehen Insekten an, die wiederum Nahrungsgrundlage für Vögel und insektenfressende Säugetierarten wie Igel, Spitz- und Fledermäuse sind. Der Nährstoffeintrag ist jedoch nicht so massiv und flächig wie durch eine regelmäßige Mulchmahd. In den Trittstellen können Samen von Blütenpflanzen keimen, die an anderer Stelle keine Chance hätten. Manche Samen bringen die Schafe im Fell oder an den Hufen bereits von anderen Flächen mit, und tragen darüber zur Förderung der Artenvielfalt bei.

     

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