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    Service A bis Z - Was erledige ich wo?

    Abfall (Gartenabfall)

    Fachbereich III - Planen, Bauen, Umwelt, Ordnung

    Besucheranschrift:
    Schulstraße 3
    29640 Schneverdingen

    Leistungsbeschreibung

    Gartenabfälle gehören nicht in die Landschaft

    In Deutschland muss Abfall gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz einer geordneten Entsorgung zugeführt werden. Auch alle organischen Überreste, die im Garten anfallen, wie beispielsweise Rasen- oder Gehölzschnitt, Staudenreste oder Blumenzwiebeln sind rein rechtlich Abfall. Entsorgt man diese „Bio“-Abfälle außerhalb seines Grundstücks in der Landschaft oder in innerörtlichen Grünanlagen, macht man sich wegen illegaler Müllentsorgung strafbar und muss je nach Menge der entsorgten Abfälle mit einem Bußgeld zwischen 20,00 EUR und 1.500,00 EUR rechnen.

    Für die Entsorgung organischer Abfälle gibt es folgende Möglichkeiten:

    1. die Nutzung einer Biotonne oder einer Gartentonne,
       
    2. die Anlieferung bei Grüngut-Annahmestellen,
       
    3. gesonderte Sammlungen für Strauchschnitt und Weihnachtsbäume,
       
    4. die Verwertung auf dem eigenen Grundstück; hierunter fallen die gezielte Kompostierung sowie das Liegenlassen an Ort und Stelle – wohlgemerkt auf dem eigenen Grundstück.

    Alle Informationen zu den Tonnen, den Annahmestellen und den Sammlungen erhalten Sie in der Abfallbroschüre der Abfallwirtschaft Heidekreis sowie unter www.ahk-heidekreis.de. Hier erfahren Sie unter anderem die Bedingungen für die Anlieferung bei den Grüngut-Annahmestellen sowie deren Öffnungszeiten.

    Gartenabfälle enthalten oft Samen, Wurzeln, Zwiebeln oder Knollen von Pflanzenarten, die in unserer Natur nicht heimisch sind, sich aber außerhalb des Gartens ausbreiten und unsere einheimischen Wildpflanzen verdrängen können. Als so genannte „Gartenflüchtlinge“ werden die Arten bezeichnet, die ursprünglich nur in Gärten und Parks angebaut wurden und denen es aufgrund ihrer Ausbreitungsstrategien gelungen ist, sich in der freien Natur anzusiedeln, oder die über Gartenabfälle in die Landschaft eingebracht wurden. So schön die Gartenpflanzen auch aussehen mögen, in der freien Landschaft verdrängen sie häufig heimische Pflanzenarten, die eigentlich hier wachsen würden. Mit den heimischen Pflanzen verschwinden auch viele Tierarten, die sich in ihrer Ernährung eben auf diese Pflanzen spezialisiert hatten, unter ihnen beispielsweise verschiedene Schmetterlingsarten. Die allermeisten Gartenblumen sind kein angemessener Ersatz für verschwundene Wildpflanzen; nur wenige können mit Nektar und Pollen für futtersuchende Insekten aufwarten.

    Bei der Zersetzung der Gartenabfälle gelangen Nährstoffe unerwünschter Weise in den Boden und verändern diesen. Im Falle von Stickstoff, der zum Beispiel in großen Mengen bei der Zersetzung von Grasschnitt anfällt, führt dies zur Ausbreitung stickstoffliebender Pflanzen. An Stellen, die vorher durch Stickstoffarmut geprägt waren hat dies fatale Folgen: Einige Wildblumenarten, wie beispielsweise die Heidenelke oder der Sandthymian sind hervorragend an stickstoffarme Sandböden angepasst. Auf Böden, die mit Nährstoffen angereichert sind, unterliegen sie konkurrenzkräftigeren, stickstoffliebenden Arten wie etwa der Brennnessel oder dem Sauerampfer und sind bald verschwunden.

    Die Schönheit und Artenvielfalt nährstoffarmer Standorte lässt sich auf den Magerrasenflächen im Camp Reinsehlen in großem Stil bewundern. Hier blühen im Sommer Pflanzenarten, die auf nährstoffreichen Standorten aus Konkurrenzgründen keine Überlebenschance hätten und in unserer Kulturlandschaft dementsprechend selten geworden sind. Um den direkten Vergleich zu haben empfiehlt sich anschließend ein Blick auf die Artenarmut stickstoffüberdüngter Flächen, vornehmlich Stellen, an denen regelmäßig Gartenabfälle entsorgt werden. Hier wachsen in der Regel nur noch Allerweltsarten. Die Stickstoffverbindung Nitrat gelangt von diesen Abfallhaufen im Übrigen bis ins Grundwasser und schadet damit der Wasserqualität und unserer Gesundheit.

    Gartenabfälle können eine ernsthafte Bedrohung für Wild- und Nutztiere wie Schafe oder Ziegen darstellen. Insbesondere wenn die Abfälle in Zersetzung übergehen, geht von ihnen eine massive Gesundheitsgefahr für die Tiere aus. In den Abfällen entwickeln sich unter anderem Bakterien, die die Krankheit Listeriose verursachen, an der Schafe und Ziegen qualvoll eingehen. In Schneverdingen lassen sich mehrere Fälle verendeter Ziegenlämmer vermutlich auf die Ausbringung von Gartenabfällen zurückführen.

    Gartenabfälle in der Natur verschandeln das Landschaftsbild und mindern die Erholungsfunktion – wer beim Spaziergang über Nachbars Lebensbaumschnitt oder Grashaufen stolpert ärgert sich eher als das er sich erholt.

    An wen muss ich mich wenden?

    Anlieger(innen), vor deren Grundstücken Straßenbäume wachsen oder deren Grundstücke in Nachbarschaft zu einer öffentlichen Grünanlage liegen, können bei der Stadt Schneverdingen in der Zeit vom 01.10. bis 30.11. kostenlose Grüngut-Wertmarken erhalten.

    Was sollte ich noch wissen?

    Laub

    Auf Grundlage der Verordnung über Art, Maß und Umfang der Straßenreinigung in der Stadt Schneverdingen (Straßenreinigungsverordnung) sind Sie als Anlieger verpflichtet, auf Geh- und Radwegen bzw. Fahrbahnen und Parkstreifen bis zur Straßenmitte unter anderem Laub zu beseitigen.

    Nasses Laub erhöht auf asphaltierten oder gepflasterten Flächen die Rutschgefahr, die Beseitigung der Blätter ist daher an diesen Stellen eine Maßnahme der Gefahrenabwehr. Zusammengekehrtes Laub muss wie sonstiger Bioabfall entsorgt werden und darf nicht in der Landschaft oder in innerörtlichen Grünanlagen entsorgt werden.

    Laub ist allerdings ein natürlicher Bestandteil unserer belebten Umwelt. Zumindest unter Gehölzen sollte es nach Möglichkeit verbleiben, damit über seine Verrottung pflanzenverfügbare Nährstoffe entstehen können. Je nach Gehölzart und Witterung dauert der Verrottungsprozess unterschiedlich lang. Die Zersetzung von Eichen-, Buchen-, Kastanien- und Walnusslaub dauert aufgrund des hohen Gerbsäuregehalts mehrere Jahre. Doch gerade diese Säuren machen das Laub für säuretolerante oder säureliebende Gartenpflanzen wie Rhododendren, Azaleen oder Moorbeetpflanzen wertvoll. Zusätzlich bietet das Laub einen guten Winterschutz für die Pflanzen. Vor einer Aufbringung auf die Rabatten empfiehlt sich das Zerkleinern der Blätter mit einem Rasenmäher oder Häcksler, und eine einjährige Kompostierung unter Hinzugabe von Erde, leicht verrottbaren Gartenabfällen und etwas Horn- oder Gesteinsmehl. Soll dieser Kompost auch im übrigen Garten Verwendung finden, ist die zusätzliche Zugabe von Kalk ratsam. Besonders gut geeignet für die Kompostierung ist das Laub von Obstbäumen, Ahorn, Esche, Eberesche, Hainbuche und Linde. Wird das Laub unter Gehölzen hingegen regelmäßig entfernt, kommt es zu Nährstoffverlusten, die durch die Gabe von Düngern ausgeglichen werden müssen.

    Keine Laubverrottung ohne Kleinsttiere. Neben Bakterien und Pilzen spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Umwandlung der Blätter in fruchtbaren Humus. In einem Laubsauger werden auf einen Schlag tausende von nützlichen Asseln, Tausendfüßern und Ohrwürmern vernichtet. Auch den Einsatz eines Laubbläsers überstehen die Tiere nicht unbeschadet. Nebst Regenwürmern sind sie jedoch unverzichtbar für einen gesunden, fruchtbaren Boden und zudem wichtige Nahrung für beispielsweise Igel und viele Gartenvögel. Aus Gründen des Naturschutzes und der Bodenfruchtbarkeit sollte daher auf den Einsatz der lautstarken Geräte verzichtet und stattdessen zur Laubharke gegriffen werden. Ein Kompostieren des Laubs im Garten ist nicht möglich? In einer ungenutzten Ecke zu einem Haufen zusammengeharkt bieten die Blätter zahlreichen kleinen und größeren Tieren einen Unterschlupf für den Winter.

    Wichtige Informationen zum Thema

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      • Das Rathaus ist nur nach vorheriger Terminabsprache zugänglich.

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    • Ansprechperson

      • Frau Barbara Kreie
        Abteilung:
        FB III - Umwelt
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